Ansicht von Buntenbock i. Oberharz, 500-600 ü. NN | Wiesengarten | Oberes Dorf mit Kirche | Unteres Dorf | Ziegenberg und Clausberg | Zwischen den beiden Bergen das Flurstück „Taube Frau“ | Im Hintergrund der Höhenzug „Auf dem Acker“ – H. Uppenborn (Arthur Kühle), Clausthal-Zellerfeld | Postkarte m. Datum vom 7. 5. 43 | Der Wiesengarten in der Luftaufnahme | Kartendaten (c) 2014 GeoBasis-DE/BKG ((c) 2009), Google
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Unter dem Ziegenberg
Das Grab der Familie Bormann befand sich bis in die 80er Jahre hinein auf dem Friedhof von Buntenbock. Ein Gottesacker, der noch heute durch seine Schlichtheit beeindruckt. Ein Feld bei Sonne, Wind, Regen und Schnee – Steine, Rasen, Himmel, ein paar Bäume – ein Apfelbaum, der gut trägt. Neben der Dorfkirche gelegen, nimmt der Friedhof die verstorbenen Buntenböcker der vergangenen Tage, Jahre und Jahrhunderte auf.
Der obere Teil des Friedhofes wird im Volksmund „Ziegenberg“ genannt. Genannt nach dem Berg, in dessen Schatten sich die Geschichte seiner Einwohner abspielt. Noch im Tod sind die Menschen in die Geographie des Dorfes und damit in das Leben einbezogen.
Das Bormannsgrab, unterhalb an der Kapelle gelegen, wurde vermutlich im 19. Jahrhundert angelegt. Ein markanter mannshoher Felsen aus grauem leicht grünlichen Bruchbergsandstein markierte die Grabstätte. In drei aneinander gefügten Platten aus Gusseisen sind die Namen der Familienangehörigen gegossen. Der Grabstein war von kräftigen niedrig gewachsenen Eiben eingerahmt.
Im Zuge der Umgestaltung des Friedhofes verschwanden die Gräber der alten Buntenböcker mit ihren typischen gusseisernen Grabkreuzen. Eines davon wurde zur Erinnerung aufbewahrt und steht nun in der Kapelle an der Wand zum Friedhof. Das Bormannsgrab musste der Erweiterung des Fahrweges zur Grabkapelle weichen. Eine leichte Senke im Gelände erinnert noch an die alte Stätte.
Trotz einer seltsam monströsen Thujahecke, die die damals neu angelegte Grabreihe einschattet, hat sich der Charakter des Friedhofes als frei liegender Gottesacker bewahrt.
Auch der Grabstein ist erhalten geblieben. Die Tafeln mit den Namen namhafter Vertreter der Familie Bormann, darunter Wilhelm Bormann (1824 – 1894) und Carl Bormann (1874 – 1942), standen einige Jahre auf der Diele des Bormannshauses. Zusammen mit Relikten aus der vergangenen Zeit, den Hörnern der Kuh Hirschel, einem echten Harzer Rotvieh, einem Hackbrett und anderen Alltagsgegenständen, boten sie ein eindrückliches Stilleben oder besser: ein Memento Mori.
Gewisse Fuhrherrn – auf dem Harze
Bergfuhren sind alle zu Transportirung bergmännischer Produkte und Bedürfnisse erforderliche Fuhren, s. Erzfuhren. Auf dem Harze sind zu Verrichtung derselben gewisse Fuhrherrn bestimmt, deren zu Clausthal 8 – 9 sind, von denen jeder eben so viel Pferde hält.
Bergfuhrleute, [Leute, welche die Bergfuhren verrichten. L.]
Swen Rinmann’s Königl. Schwedischen Bergraths und Ritter des Wasa-Ordens allgemeines Bergwerkslexikon – nach dem Schwedischen Original bearbeitet und nach den neuesten Entdeckungen vermehrt von einer Gesellschaft deutscher Gelehrten und Mineralogen. Erster Theil. Enthält A bis Berg. Mit Kupfern. Leipzig 1808. Bey Chr. Fr. W. Vogel, S. 626f.
Flachs, Heu und Beeren

Linum usitatissimum L.
Köhler, F.E., Medizinal Pflanzen, vol. 1 (1887) –
http://www.plantillustrations.org
Das Fürstentum Grubenhagen liegt an und auf dem Harz , rechts über Göttingen. Seine merkwürdigsten Statte heissen Einbeck, Osterode, Clausthal und Cellerfeld.
Einbeck, die Hauptstatt dieses Fürstenthums, liegt an der Ilme fast gerade über Göttingen, und verfertiget vielerlei Arten von wollenen Zeugen. Osterode liegt rechts über Göttingen am Harz, und hat das Provianthauß für die Berg- und Hüttenleute auf dem Hannoverschen Harz, unch weben die Einwohner sehr schöne Zeuge nach englischer Art.
Der Flekken Herzberg hat königliche Gewehrfabriken, und noch andere Eisenfabriken. Der Flekken Salz der Helden, und das Dorf Sülzbeck haben wichtige Salzwerke.
Clausthal liegt rechts über Göttingen auf dem Harz, und ist die beste Hannöversche Bergstatt und der Siz des Bergamts und einer Münze. Sie hat ohngefähr achttaussend Einwohner, und eine lateinische Schule.
Zellerfeld liegt dicht an Clausthal, und wird von ihr nur durch einen Bach getrennt. Sie ist der Siz des gemeinschaftlichen Oberharzischen Bergamts, und einer gemeinschaftlichen Münze, worin viele kleine silberne Münzen mit einem grossen lateinischen C geschlagen werden , welches Commun oder Gemeinschaft heissen soll; Denn es gehört vom Harz ein grosses Stück dem Herzog von Braunschweig.

Bistorta Officinalis
Otto Wilhelm Thomé; Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz (1885)
http://www.bioLib.de
Der Harz ist ein hohes und waldichtes Gebierg, das ohngefähr zwölf Meilen lang, und vier bis fünf Meilen breit ist. Es stehen Stätte und Dörfer darauf, deren Einwohner sich gewöhnlich vom Bergbau, der Bearbeitung des Erzes, und der Handlung nähren. Der Akkerbau wird hier nicht getrieben, weil es sehr bergicht, und fast ein halbes Jahr Winter ist. Flachs , Heu und etliche Sorten von Beeren sind die gewöhnliche Ernte der Harzeinwohner. Die Bergwerke liefern Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Blei. Und Holz ist darauf in so grosser Menge vorhanden , daß die Nachbarschaft viele Meilen weit damit versehen werden kann. — Man teilt den Harz in den Oberharz und Unterharz ein. Vom Oberharz gehört die Hälfte ganz allein dem König von England; die andere Hälfte aber und der Unterharz gehören halb dem Herzog von Braunschweig.

Vaccinium myrtillus L.
Otto Wilhelm Thomé; Flora von Deutschland Österreich und der Schweiz (1885)
http://www.bioLib.de
M. Georg Christian Raff’s, ordentlichen Lehrers der Geschichte und Erdbeschreibung auf dem Lyzeum zu Göttingen, Geographie für Kinder zum Gebrauch auf Schulen, vierte verbesserte Auflage, Göttingen bei Johan Christian Dieterich, 1787, S. 223ff.
In der Spinnstube

Spinnstuhl, 1. Hälfte 19. Jh, Biedermeier, Esche, Standort ursprüngl. Bormannshaus Buntenbock, Abb.: Bormann Archiv Ottensen.
Der Spinnstuhl mit seiner charakteristischen einseitigen Armlehne und das Spinnrad gehörten seit jeher zum Mobiliar des Bormannshauses.
Zuletzt reine Dekorationsgegenstände, erinnerten Sie an die Arbeitsteilung im Haushalt eines Fuhrherrenhauses – wenn nicht der Fuhrherr vorzeitig zu Tode kam und die Witwe den Betrieb weiterführen musste – und an die abendliche Geselligkeit in der Zeit vor der Einführung von Radio, Fernseher und interaktiven Fitness-Spielen für den Hausgebrauch: Es gab zwei Spinnstühle von der selben Machart aber komplementär gefertigt, sodass die Frauen sich beim Gespräch einander zuwenden konnten.
Spinnrad und Spinnstühle standen zeitwährend in den repräsentativen, der Straße zugewandten, Räumen des Bormannshauses, im Parterre oder im Obergeschoss des Hauses. Die dort eingerichtete Stube war offensichtlich der Ort, an dem gemeinsam gesponnen wurde, mit Flachs oder Schafwolle – oder in Gedanken.
„Auf dem Lande in den Regionen selbständiger Bauernschaft erhielt sich über das ganze 19. Jahrhundert die Sozialform der gemeinsam wirtschaftenden Haushaltsfamilie. Dabei waren die Frauen arbeitsteilig und mitverantwortlich in den Arbeitsprozess integriert. Sie halfen in den Saisonschwerpunkten auch bei der Feldarbeit; im allgemeinen aber waren Haus, Stall und Garten ihr Revier, besorgten sie das Kochen und bewältigten den gesamten textilen Bereich des Haushalts vom Flachsanbau über das Spinnen und Weben bis zum Nähen der Gebrauchsgegenstände. … Das Spinnen nahm eine sehr große Rolle im Leben der ländlichen Frauen ein und führte zur Einrichtung der winterlichen Spinnstuben, die seit Jahrhunderten Orte des geselligen Lebens der Dörfer bildeten.“
Aus: Ingeborg Weber-Kellermann, Frauenleben im 19. Jahrhundert, Empire und Romantik, Biedermeier, Gründerzeit, München (Beck), 4. Auflage 1988, S. 75f.
Der Gang

Gang im Bormannshaus – Verbindung zwischen Wohntrakt und Wirtschaftstrakt, Haferkammer und hinterem Eingang. Das Bormannshaus ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. An der hinteren bergzugewandten Schmalseite des Fuhrherrenhauses befand sich der Zugang zum Heuboden und Raum für die Futtermittel der Pferde und Kühe. Der Gang hat eine Länge von ca. 10 m und ein Breite von ca. 1,50 m. Im hinteren Drittel befindet sich eine zweistufige Treppe, die das ansteigende Niveau am Berghang ausgleicht. Sie bildet zugleich den Übergang zum später angebauten hinteren Teil des Hauses.
Im Vordergrund ist die Tür zur Großen Kammer sichtbar. Dort wurden die Pferdedecken zum Trocknen ausgehängt. In späteren Zeiten diente die geräumige Kammer als Schlafzimmer und zur Unterbringung von Touristen. Von der Mitte des Ganges ging die sogenannte „Himmelbettkammer“ ab. Der quadratische Raum von ca. 3,5 x 3,5 m Abmaßen diente als Schlafgemach der Hausbesitzer. Die Bezeichnung der Kammer rührte von dem dort aufgestellten Himmelbett ab. Es war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Gebrauch. Im hinteren Teil des Ganges geht auf der linken Seite die kleine Kammer, auch „Kinderzimmer“ genannt ab. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die „Haferkammer“. In diesem Raum befindet sich in der dem Gang zugewandten Ecke ein Verbindungsschacht zwischen dem Heuboden und den Stallungen. Der Heuboden zog sich über die gesamte Fläche des Hauses hin.
Der Gang selbst wurde zum Trocknen von Wäsche genutzt. .
Fuhrherr im Sonntagsstaat

Vermutlich Heinrich Adam Gärtner (1785 – 1870), Fuhrherr in Buntenbock, Aufnahme zweite Hälfte 19. Jh. – Clausthal – Nachlass Louise Bormann (1907 – 1993), Buntenbock
Das Gärtnerhaus

Das Gärtnerhaus

Buntenbock, Blick über die Innerste auf das Haus des Fuhrherren Georg Julius Christian Gärtner (1853 – 1933) und der Augustine Wilhelmine Henriette Louise Gärtner, geb. Thiele (1856 – 1916).
Im Hintergrund das Hotel Meyers Kurhaus, heute das „Hildesheimer Haus“, an der Trift unterhalb des Clausberges.
Postkarte, Stempel von 22. 8. 1910, Aufnahme ca. 1909, Verlag F. Reinhold Strötzel, Buntenbock i. Harz.





