Fuhrmannsleben I | Fütterungszeit

web-1-pic_2015-04-20_105129

„Fuhrmannsleben.“ Holzstich nach Ernst Fröhlich 1849. Münchener Bilderbogen Nr. 24. – 11. Auflage

Die Abbildung aus dem Münchener Bilderbogen „Fuhrmannsleben“ aus der Mitte des 19. Jahrhundert zeigt den Fuhrmann bei der Fütterung der Pferde. Der Pferdestall im Bormannshaus in Buntenbock, einem typischen Fuhrherrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, wurde durch eine Tür von der Straßenseite her erreicht. Der Stall, der unter dem gemeinsamen Dach lag und sich unmittelbar an den Wohnbereich anschloss, gab Raum für, vermutlich, sechs Pferde, die für unterschiedliche Fuhren im Bereich des Bergbaus im Einsatz waren. Futter kam von den hauseigenen Wiesen im Umfeld des Dorfes, Hafer musste teuer zugekauft werden. Über dem Pferdestall lag die „Haferkammer“, in dem das Futter in Kästen gelagert wurde. Das Heu wurde auf dem „Heuboden“ unter dem Dach gelagert und nach Bedarf durch einen, bei Verkauf des Hauses 2012 noch erhaltenen, Schacht in den Stall hinab geschickt. Die Pferdedecken trockneten in der „Großen Kammer“ im ersten Stock des Hauses. Die Fuhrwagen, -karren und -schlitten wurden außerhalb, oberhalb des Bormannshauses, in der „Remise“ des Bormannshauses abgestellt.

Pose in Rot

Pose in Rot

Carl Bormann (1874-1942), Sohn des Fuhrherren Wilhelm Bormann, um 1895, hinter dem elterlichen Fuhrherrenhaus in Buntenbock im Oberharz – in der Hand ein Buch, lässig an den Stuhl der Vorfahren gelehnt. Der junge Mann in den Zwanzigern bereitet sich zu dieser Zeit auf seinen späteren Beruf als Pochsteiger in der Zentralen Erzaufbereitung der Königlich Preußischen Berginspektion Clausthal im Innerstetal vor. Carl Bormann bleibt in Buntenbock, heiratet, hat mit seiner Frau Anna drei Kinder, wird Gemeindeschulze und Kirchenvorsteher. Der leidenschaftliche Skifahrer gehört 1907 zu den Gründern des Ski-Club Buntenbock.