Das Rossegespann, das mich trägt, zog mich fürder, soweit ich nur wollte, nachdem es mich auf den vielgerühmten Weg der Göttin geleitet, der allein den wissenden Mann überallhin führt.
Auf diesem also fuhr ich; dorthin nämlich brachten mich die vielverständigen Rosse, die den Wagen zogen, und die Mädchen wiesen den Weg.

Die Achse knirschte in den Naben sich heisslaufend mit pfeifendem Tone. Denn sie ward beiderseits von zwei wirbelnden Kreisen beflügelt, wenn die Heliadenmädchen, welche das Haus der Nacht verlassen und nun den Schleier von ihrem Haupte zurückgeschlagen hatten, die Fahrt zum Lichte beeilten.

Da steht das Thor, wo sich die Pfade des Tages und der Nacht scheiden; Thürsturz und steinerne Schwelle hält es auseinander; das Thor selbst hat eine Füllung von großen Flügeltüren; die einpassenden Schlüssel verwahrt Dike, die gewaltige Rächerin.

Parmenides, * um 520/515 v. Chr.; † um 460/455 v. Chr., Lehrgedicht I,1ff.

Parmenides, Lehrgedicht, Griechisch und Deutsch, von Hermann Diels, mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser, Berlin (Georg Reimer) 1897.

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