Von 1700 bis 1850 war die Blütezeit des Fuhrwesens in Buntenbock. Seit etwa 1750 traten „Fuhrherren” auf. Die Fuhrherren fühlten sich als ein besonderer Stand. Es wird berichtet, dass selbst der König ihren Erzwagen ausweichen musste, was wohl mit der schweren Last zusammenhing. Allein im Transportwesen des Eisensteinbergbaus sind um 1800 etwa 560 Pferde mit 280 Fuhrleuten beschäftigt gewesen. Die Fuhrleute wohnten vor allem im Mittelteil des Ortes, der sich fast in einem Halbkreis um die beiden Junkernhöfe legte.

Torsten Schröpfer; Fundgrube. Wissenswertes über den Westharzer Bergbau und das Hüttenwesen, mit zahlreichen Stichwörtern aus den Bereichen Archäologie, Bergbau, Botanik, Geographie, Geologie, Hüttenkunde, Lagerstättenkunde und Mineralogie. Schriftenreihe des Oberharzer Geschichts- und Museumsvereins e.V., Clausthal-Zellerfeld 2000.

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Ein Fuhrmann kam auf öffentlicher Straße der Karosse eines Bischofs in den Weg. Der Kutscher rief dem Fuhrmann zu, daß er auf die Seite fahren solle, und schimpfte und drohte ihm, aber dieser wich nicht einen Schritt und blieb ihm nichts schuldig.
Der Prälat steckte endlich den Kopf heraus, und da er einen großen starken Kerl vor sich sah, sagte er zu ihm: »Mein Freund, Ihr sehet mir aus, als ob Ihr mehr gegessen und getrunken als gelernet hättet.«
»Das kann wohl sein«, antwortete er, »denn Essen und Trinken geben wir uns selbst, und den Unterricht geben uns die Herren Geistlichen.

Friedrich Nicolai (1733 – 1811)

Eine kleine Stunde von Clausthal ohnweit der Landstrasse nach Osterode liegt ein Flecken, der bunte Bock genannt, in welchem größtenteils Fuhrleute wohnen, die das Holtz aus den Forsten nach den Zechen und Hütten anfahren.  Rechterhand der Landstrasse, zu Ende des Junkernfeldes liegt die Ziegelhütte, ein Wirthshaus, bey welchem der Prinzen-Teich fliesset. Gleich an diesem Wirthshause liegt der höchste Berg um Clausthal, der Heiligenstock genannt; wenn man denselben hinunter ist, kommt man an den Langenberg, an dessen Fuß linckerhand in einem tiefen Thale das Dort Lärbach lieget, in welchem Holzhauer, Köhler und Bergleute wohnen, welche letztere in den hiesigen Eisensteinsgruben arbeiten.

Die Naturgeschichte und Bergwercksverfassung des Ober-Hartzes beschrieben von Johann Friedrich Zückert. Der Artzney-Gelahrtheit Doctor. Berlin, bey Friedrich Nicolai 1762.

George-Louis Le Rouge, Mines et Forest du Hartz, Detail

George-Louis Le Rouge, Mines et Forest du Hartz, Detail

„`N ollen Foerman häöert ümmer noch gään de Pietske knappen.“

Übers.: Ein alter Fuhrmann hört immer noch gerne die Peitsche knallen.

Münsterische Lieder und Sprichwörter in plattdeutscher Sprache : mit einer Einleitung über Münster’s niederdeutsche Litteratur“ von Dr. Paul Bahlmann, münster, 1896

Bergfuhren sind alle zur Transportirung bergmännischer Produkte und Bedürfnisse erforderliche Fuhren. Auf dem Harze geschieht dies durch gewisse dazu berechtigte Fuhrleute.

Bergfuhrleute, Leute, welche die Bergfuhren verrichten.

Erzfuhren. In Ansehung derselben hat der Grundbesitzer, auf dessen Grund und Boden ein Berggebäude liegt, vor allen andern Fuhrleuten das Vorzugsrecht. S. Köhlers Anleitung zum Bergrechte, S. 139,

Invalidenkasse, auf dem Oberharze eine Kasse zur Unterstützung invalider Bergfuhrleute, Köhler und Holzhauer.

Handwörterbuch der Mineralogie, Berg-, Hütten- und Salzwerkskunde, nebst der französischen Synonymie und einem französischen Register. Von Carl Hartmann, Herzogl. Braunschweig. Hüttenbeamten, Ehrenmitgliede der Königl. Preuß. Akademie der Wissenschaften zu Erfurt. Erste Abtheilung A bis K. Ilmenau 1825. Gedruckt und verlegt bei Bernhard Friedrich Voigt.

Das Rossegespann, das mich trägt, zog mich fürder, soweit ich nur wollte, nachdem es mich auf den vielgerühmten Weg der Göttin geleitet, der allein den wissenden Mann überallhin führt.
Auf diesem also fuhr ich; dorthin nämlich brachten mich die vielverständigen Rosse, die den Wagen zogen, und die Mädchen wiesen den Weg.

Die Achse knirschte in den Naben sich heisslaufend mit pfeifendem Tone. Denn sie ward beiderseits von zwei wirbelnden Kreisen beflügelt, wenn die Heliadenmädchen, welche das Haus der Nacht verlassen und nun den Schleier von ihrem Haupte zurückgeschlagen hatten, die Fahrt zum Lichte beeilten.

Da steht das Thor, wo sich die Pfade des Tages und der Nacht scheiden; Thürsturz und steinerne Schwelle hält es auseinander; das Thor selbst hat eine Füllung von großen Flügeltüren; die einpassenden Schlüssel verwahrt Dike, die gewaltige Rächerin.

Parmenides, * um 520/515 v. Chr.; † um 460/455 v. Chr., Lehrgedicht I,1ff.

Parmenides, Lehrgedicht, Griechisch und Deutsch, von Hermann Diels, mit einem Anhang über griechische Thüren und Schlösser, Berlin (Georg Reimer) 1897.

Alte Fuhrherrenstraße (1972) – Die Alte Fuhrherrenstraße im Ortsteil Buntenbock führt vom Mittelweg am ehemaligen „Platz“ in Richtung auf die „Chaussee“, die Bundesstraße von Goslar nach Osterode.
Der frühere Name Hüttenweg mußte 1972 bei der Zusammenlegung mit der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld geändert werden, weil es in Clausthal-Zellerfeld bereits zwei Straßen ähnlichen Namens gab.
Den Namen Alte Fuhrherrenstraße wählte man, um die Erinnerung an das alte Fuhrherrendorf Buntenbock wachzuhalten. Von 1700 bis 1850 war die Blütezeit des Fuhrwesens in Buntenbock. Seite etwa 1750 traten „Fuhrherren“ auf. Die Fuhrherren fühlten sich als ein besonderer Stand. Selbst der König mußte ihren Erzwagen ausweichen, so wird berichtet. Was mit der schweren Last zusammenhing.
Allein im Transportwesen des Eisensteinbergbaus sind um 1800 etwa 560 Pferde mit 280 Fuhrleuten beschäftigt gewesen. Die Fuhrleute wohnten vor allem im Mittelteil des Ortes, der sich fast in einem Halbkreis um die beiden Junkernhöfe legte. Neben der Schmiede, die noch heute an dem alten Fahrweg liegt, sind auch die Gasthöfe, die zur Einkehr und zum Ausspann für Fuhrleute dienten, eine Erinnerung an die „goldene Zeit“ des Fuhrwesens und Buntenbocks.

Die Straßen in Clausthal – Zellerfeld – Buntenbock früher und heute: Namen – Bilder – Erl./ hrsg. von d. Bergstadt Clausthal-Zellerfeld. Zagest. von Friedrich Seidel, Clausthal-Zellerfeld (Pieper) 1983, S. 42.