Die letzte Reise

Auch auf Ausflügen in die Umgegend wurden bereits mancherlei Bekanntschaften gemacht. So in dem äußersten Hause des Bergdorfes Buntenbock, vor dem nicht umsonst, freundlich einladend, eine Quitscher mit ihren roten, herbstlichen Vogelbeeren stand. Ein sauber gekleideter Frachtfuhrmann, deren es sehr viele giebt und den die Gicht so an den Lehnstuhl fesselte, daß er nur zuweilen noch wie ein Vogel durchs Zimmer hüpfen konnte, winkte den Vorübergehenden, der ein Gespräch durchs Fenster anknüpfen wollte, in die Stube hinein und begann, da er Altertümliches und Sagen nicht wußte, alsbald aus seinem Leben zu erzählen. Besonders anziehend war mir, wie er zuweilen das Weihnachtsfest auf seinen Reisen festlich beging. Die biderbe Wirtin in einem Fuhrmannsgasthofe ging nämlich alsdann mit allen Frachtfuhrleuten, die sich gerade bei ihr befanden, in die Christmette, danach teilte sie Haselnüsse an sie aus. In ihrem Gasthause um die Weihnachtszeit war mein Fuhrmann erkrankt, und der Fuhrherr, einer seiner nächsten Anverwandten, schickte dem kranken Manne zuletzt ein Reitpferd, damit er heimreiten könne. Das war seine letzte Reise auf der Welt und der schwere Lehnstuhl am Ofen ist jetzt der einzige Wagen und das einzige Pferd, das er noch kennt.

Lehnstuhl - Mitte des 19. Jh. - ehem. Möblierung des Bormannshauses Buntenbock

Lehnstuhl – Mitte des 19. Jh. – ehem. Möblierung des Bormannshauses Buntenbock

Heinrich Pröhle: Aus dem Tagebuche eines deutschen Sammlers – Bergstadt Zellerfeld, im Spätherbst 1851 – in: Harzsagen, zum Teil in der Mundart der Gebirgsbewohner. 2. Aufl., Leipzig: Mendelssohn, 1886, S. 20.

Das meiste Holz … das meiste Geld

Was der Transport der Waaren zu Wasser und zu Lande, insonderheit aber hier bey weiten und nahen, guten und schlimmen Wegen, theuren oder wolfeilen Futter-Preiß, viel oder wenigen Zoll u. für einen grossen Unterscheid der Kosten mache, wissen die Herren Kaufleute, so starke Handlungen treiben, am allerbesten; Hier im Haarz aber weiset es noch mehr der Beutel und die Rechnungen aus, was für ein Unterscheid im Fuhrwerk und Flössen sey, und wie das Kohlenwesen das meiste Holz; also auch das Fahrwesen das meiste Geld wegnimmt. Dannenhero wäre es ja wohl nicht undienlich, auch darin gewissen Principia für die beste Menage zu haben.

Ich halte nun dafür, sie würden ohngefaehr darin bestehen: daß 1) so viel möglich, alle Holz-Fuhr, damit sie auch einander nicht verhinderten, den Winter; und alle Kohlen-Fuhr, den Sommer geschehe.

2) Daß den Winter bey der Holz-Fuhr insonderheit die Schlitten-Bahn in acht genommen werden müsste.

3) Daß auch zu dem Ende, wenn das Lohn von dieser oder jener Fuhr ausgemacht, von jeden Bedienten, der nur dazu helfen wolte, Land-Fuhrleute mit darzu angeschaffet werden könnten.

4) Daß der ohnfehlbaren Lohnung halber, von denen Röste- und Treib-Holz Administratoribus, wo nicht alle Wochen, doch alle Monate Verlags-Extracte übergeben werden müsten.

5) Daß die Haarz-Fuhrleute, vornehmlich im Einseitigen-Haarz, anwo es eben nötig ist, so dann, damit sie endlich der Vielheit halber, einander nicht gar verdürben, noch andern Leuten das Futter und die Victualien zu theuer machten, und die Sache doch ihre Grenze hätte, auf eine solch gewisse Zahl mit ihren Pferden besehet würde / als ohngefähr zur Erz- Weg- Kohlen- und der Bürger-Fuhren, da doch zu den letzten beyden auch noch Land, Fuhrleute mit zu zunehmen stünden, zusammen nöthig wären.

Insonderheit, daß 6) kein Pfählhauer zu Schacht-Holz, Pfähle-Pfosten- oder andern Holz-Fuhren selber Spannwerk mit halten, und die andern vervortheilen dürfte.

Item, daß 7) bey dem allen in Machung der Löhne, nicht allein auf die Weite und Last der Fuhr, sondern auch dabey auf den jedesmaligen Korn- und Futter-Preiß mit gesehen würde.

Ja daß 8) ihnen hernach auch kein zu vieler Zoll, ich meine unbillige Abzüge, an zu vielen Neigen-Gelde oder dergleichen gemacht;

 9) sie überal, und insonderheit die Einheimischen, mit Schmiede- und Rademacher-Kosten übersetzet werden dürften; und daß dann

10) und hauptsächlich, so viel mehr auf die Besserung, und im Stande-Erhaltung der nöthigen Wege gesehen und dafür gesorget würde, (…) derselben Wege, wegen der so viel wenigern Heye und Oerter, die ohndem zum besseren Forst-Haushalt nothwendig wieder erfordert werden, auch so viel weniger zu erhalten nöthig seyn würden.

Generale Haushalts-Principia vom Berg- Hütten- Salz und Forstwesen, inspecie vom Hartz, aufgesetzt von Christian Bösen, Fürstl. Heßischen Berg- und Hütten-Inspector zu Schmalkalden, der vorhin die Controlle und Inspection von dem sämtlichen Chur-Hannöverischen und Hochfürstl. Wolffenbüttelschen Communion und Einseitigen Forst-Wesen auf dem Haars 21. Jahr von Hannover aus gehabt, und dabey in all denen andern Berg- und Hütten-Sachen daselbst, auch sonst im Lande und ausserhalb Landes zu dergleichen als Commissarius mit gebraucht worden, Worzu auch dessen Charte vom ganzen Haarz bey denen Homannischen Erben zu Nürmberg mit zu haben ist, Leipzig und Franckfurt 1753. S. 161.

Die Harzer – stolz auf Freiheiten, Privilegien und eigene Gesetze

Wie alle Bergbewohner, so sind auch diese fröhlich und lieben Tanz und Musik, und neuerdings hat sich dieser Sinn für Musik besonders in den Vereinen der Hüttenleute zu Hornmusik geäußert, wie man solche Vereine auf jeder Hütte fast antrifft. In diesem Fröhlichkeitssinne, verbunden mit der Armuth, wodurch des Härzers Kost so schlecht und kümmerlich ist, mag der Grund aber auch wohl liegen, weshalb er dem Brandtewein so zugethan ist, daß selbst manche Krankheiten ihren Ursprung darin finden. Ferner gehört auch Ehrlichket durch Ehrliebe und einen gewissen Stolz hervorgerufen, zum Charakter dieser Bergbewohner. Höchst selten wird man von Einbrüchen und Anfällen der Fremden, obwohl die Gelegenheit günstig wäre, hören, und selbst zwischen den Gehöften vermißt man recht häufig in den Harzdörfern jede Verwahrung oder auch nur einen Zaun. Auch gutmüthig und zutraulich dabei aber neugierig und geschätzig ist der Härzer und eine Anhänglichkeit am Alten hält ihn oft noch in seiner Aufklärung und Fortbildung zurück, weshalb auch der Aberglaube und die Gespensterfurcht hier und da noch stark auftauchen. Wollte man jedoch noch kleine Unterschiede der Bewohner in den vier Hauptdistricten aussuchen, so wie diese Theile früherhin auch den drei verschiedenen Kreisen Ober-, Niedersachsen und Thüringen angehörten, denen die Oberhärzer als Repräsentanten von Franken noch zugezählt werden könnten, so dürfte man die Braunschweiger etwa als die kräftigsten und hübschesten, auch die ihrer Tracht, Mundart und ihren Sitten am treuesten gebliebenen, an Bildung aber noch zurückstehenden, die Anhaltiner als die cultivirtesten, die ihr Nationelles aber ganz verloren haben, die Stolberger als die treuherzigsten und in Allem den Thüringern ähnlichste, die Hannoveraner und Oberhärzer aber als die heitersten, kühnsten und muthwilligsten, dabei aber gutmüthigsten Härzer bezeichnen, welche letztere am meisten einen gewissen, aus Gemeingeist hervorgehenden Nationalstolz besitzen. Ihre Berge und ihr Bergwerk gilt ihnen mehr als Alles, und ihren Berghauptmann, auf den sie stolz sind, wie auf ihre Freiheiten, Privilegien und eigenen Gesetze, wornach er sie regiert, nennen sie daher auch wohl ihren Harzkönig. Alles lebt hier vom Bergbau. Alles dreht sich um den Bergbau und ihre ganze Persönlichkeit, diese blassen magern Gesichter mit scharfen, sprechenden Zügen und tief liegenden funkelnden Augen, einem magern und doch muskulösen Körper angehörig, erinnern an das gefahrvolle Bergmannsleben, erinnern an das rauhe nordische Klima.

Wilhelm Schönichen, Allgemeiner Überblick vom Harz in: Friedrich von Sydow (Red.); Thüringen und der Harz, mit ihren Merkwürdigkeiten, Volkssagen und Legenden. Historisch-romantische Beschreibung aller in Thüringen und auf dem Harz vorhanden gewesenen und noch vorhandenen Schlösser, Burgen, Klöster, merkwürdigen Kirchen und anderer Gebäude; Fabrikörter, Bergwerke, Ruinen, Höhlen, Denkmäler, malerischen Gegenden und sonst beachtenswerther Gegenstände aus dem Reiche der Geschichte und Natur, Erster Band mit 12 Abbildungen, Sondershausen (Verlag Friedrich August Eupel) 1839, S. XLIX.

Schönichen, Wilhelm Karl Friedrich, geb. Bernburg i. Anhalt 1800, gest. Bernburg nach 1869, Pfarrer in Güntersberge am Harz.

Die Grenzen der Freiheit

Gleichwie der Nutzen hier, wie ordinair bey allen guten Bergwerken, hauptsächlich in Bergen, Erzen, Holz und Wasser, bestehet, also ist auch die Verordnung hier schon längst gewesen, daß die Einwohner nur allem in Bergleuten, Hüttenleuten, Waldleuten, Fuhrleuten, und deren benöthigten geist- und weltlichen Officiren, Künstlern, Handwerkern und Krämern, bestehen sollen.

Selbige nun zusammen, wohnen darin nach denen ihnen von Zeit zu Zeit verliehenen Berg-Freyheiten ganz frey in offenen Städten und Oertern, geben von allen ihren Sachen und Nahrungen dem Landes-Herrn, für ihren Schutz, nichts, sondern nur ein gewisses Pfarr- und Bau-Geld, und eine in neulichen Zeiten selbst mit beliebte Bier-Accise, die doch zum Berg-Bau und ihrer eigenen Subsistenz wieder mit angewandt wird, auch nach Gelegenheit der Zeit von ihnen selbst wieder mit aufgehoben werden kann.

Denn ihre alten Berg-Freyheiten bestehen sonderlich mit darin, daß die Einwohner auf den Bergstädten ohne alle Beschwerde selber Bier brauen, auch fremd Bier verschenken, und sonst allerley bürgerliche Handthierung und Nahrung treiben dürfen. Daß ihre kommende Victualien Zoll-frey seyn. Daß kein Vorkauf davon auf den Gassen, noch dem Markte, getrieben werden darf. Daß die Bergleute von allen Zins, Schoß, Steuer, Schaarwachen und Frohn-Diensten, befreyet seyn sollen. Daß sie von Bartholomäi bis Fastnacht, Hasen, Haselhüner, Schneppen und Vogel fangen, auch die Wasser, so zum Bergwerk gehörig, mit fischen dürfen. Daß denen Gewerken weder in Krieges- noch Friedens-Zeiten ihre Berg-Theile, wegen irgend eines Verbrechens eingezogen, noch weggenommen werden können. Daß alle neue Gruben die ersten 5. Jahre vom Zehenten frey seyn sollen, u. s. w.

Schnepfe (lat. Scolopax)

Schnepfe (lat. Scolopax)

Demnach werden über die vorgesagten nöthigen Leute regulariter keine andere (der sich sonst der Freyheit halber genug zu dringen,) mehr in den Haarz zu wohnen eingelassen, damit die unnöthigen, die Victualien nicht zu theuer machen, und die Forsten mit so viel mehrer Bau- und Feuer-Holz Consumtion nicht zu sehr beschweren; Immassen dann dafür gehalten wird, und auch an dem ist, daß eben die Forsten alhier dem Bergbau, Maas und Ziel setzen, und keine Berg- und Hüttenwerke mehr aufgenommen und betrieben werden können, als der Forsten Zustand und Ertrag vermag, sonsten es an Erzen bis an den jüngsten Tag nicht fehlen werde.

Der Ziegenberg in Buntenbock 1943

Der Ziegenberg in Buntenbock 1943

Der Zufuhr des Getreydes, fetten Viehes und dergleichen Victualien so noch fehlen, kömmt auf der Südwest-Seite hauptsächlich aus der güldenen Aue von Nordhausen, und so am Haarze heraus, meist nach Osterode, und an der Nordost- Seite aus dem Anhaltischen von Quedlinburg, auch aus dem Halberstädtischen, und so theils über Elbingerode, mit nach dem Andreasberge, meist aber über Goßlar nach all den übrigen Bergstädten, und vieles auch mit der Seits aus dem Wolffenbüttelischen, Stifft-Hildesheimischen und Hannoverischen, wie dann diese nechsten Nachbaren, und insonderheit die Stadt Braunschweig das Garten-Gewächse, als Kohl, Rüben und dergleichen, häufig mit hergeben, auch das Eychsfeld etwas Haber, so, daß der Haarz auf allen Seiten gute Länder um sich herum hat, die was ausgeben und missen können; und auch keinen nähern und bequemern Debit dafür haben.

Generale Haushalts-Principia vom Berg- Hütten- Salz und Forstwesen, inspecie vom Hartz, aufgesetzt von Christian Bösen, Fürstl. Heßischen Berg- und Hütten-Inspector zu Schmalkalden, der vorhin die Controlle und Inspection von dem sämtlichen Chur-Hannöverischen und Hochfürstl. Wolffenbüttelschen Communion und Einseitigen Forst-Wesen auf dem Haars 21. Jahr von Hannover aus gehabt, und dabey in all denen andern Berg- und Hütten-Sachen daselbst, auch sonst im Lande und ausserhalb Landes zu dergleichen als Commissarius mit gebraucht worden, Worzu auch dessen Charte vom ganzen Haarz bey denen Homannischen Erben zu Nürmberg mit zu haben ist, Leipzig und Franckfurt 1753. S. 42ff.

1554 – Die Anfänge

Um dieselbe Zeit und im Jahr 1554. hat Hertzog Ernst zu Braunschweig / Herr zu Eimbeck und Grubenhagen beleget und wieder angefangen zu bauen das Bergwerck zur Clauß auf dem Hartz / durch welche Veranlassung die Bergstadt Clausthal / welche den Namen von der dazumal im Walde hinter und unter dem Fürstlch. Amthause um die Gegend des Sorgerteiches liegenden Clauß bekommen / erbauet worden / und den Anfang ihres itzigen / GOTT gebe noch lange Jahre beständigen Wesens und Zustandes genommen / und sind die ersten /  die alhier etwas wieder gemuthet und aufgenommen / gewesen  Valentin Fleischer und Brosius Schuster / welcher im Jahr 1536. unter Hertzog Heinrich für einen Heintzensteiger* sich gebrauchen lassen / und die alte Zeche Wildemann zum ersten gewärtiget hatte.

Es hat Herzog Ernst in selbigem Jahr die Bergwercke mit einer herrlichen Bergfreiheit angesehen und begnadet / und als er im Jahr 1567 ohne Männliche Leibes Erben diese Welt gesegnet / und ihm dessen Herr Bruder Hertzog Wolffgang in der Regierung gefolget / hat derselbe nicht allein über der gegebenen Bergfreiheit und Ordnung steif und fest gehalten / und im Jahr 1593. dieselbe erneuret / und aufs neue publiciren laffen / sondern ist auch dem Bergwerck so zugethan gewesen / daß er / da etliche Zechen / als der Rosenhof / Thurmhof / S.Anna / Gegendrum über die 8000 fl. in Schuldt gerathen/ denen Gewercken solche gnädig erlassen / damit fie nicht müde gemachet oder abgeschrecket werden mochten. Der löbliche Bergherr hat auch hierauf den Seegen Gottes alsbald wieder verspüret / und das jenige / was er erlassen / reichlich und überflüssig wieder empfangen. Es ift auch Hochgedachtem Hertzog Wolffgang nach Absterben Graff Ernsts des letzten seines Nahmens und Stammes / Grafen zu Hohnstein / Lohra und Clettenberg / im Jahr 1593. die Grafschaft Lutterberg / samt der freyen Bergstadt Andreasberg und dem Schloß und Amt Schwartzfeldt jure directi dominii als Lehnherrn wieder anheim und zugefallen. – Vor hochgedachte Hertzogen haben sich zum Clausthal vielfältig aufgehalten/ und mit Jagen ergetzet / dero Behuf ihr Ablager auf der Müntze gehabt / die denn noch bei unserm Andencken ringsum mit einem tieffen Wassergraben umgeben / und mit einer Brücke versehen gewesen. Allernechst dabei zur rechten Hand / hat dero Hofbedienter einer von Gladebeck / ein Hauß gehabt / gleich wie die von Birckenfeldt zum Buntenbock / von welchen beiden die rudera noch zu unsern Zeiten zu sehen gewesen.

Thomae Schreibers Kurtzer Historischer Bericht Von Auskunft und Anfang Der Fürstlichen Braunschweig-Lüneburgischen Bergwercke an und auf dem Hartz / derselben unterschiedlichen Fällen und Auflassung und letzten Wieder-Aufnahme. Zum Andernmal aufgelegt und vermehret. In Verlegung Bartholdt Fuhrmanns / Buchhändlers in Osterode und Northausen. Rudolstadt / Gedruckt bey Christoph Fleischern / Im Jahr 1678, S.15ff.

* Fachleute in der Hebung des Grubenwassers im Bergbau.

HEINZENKUNST, f. wasserhebemaschine des ältern bergbaues. Veith bergwörterbuch 271. vergl. Heinz 4, a sp. 890.

a) Heinz, eine wasserhebemaschine des ältern bergbaues. Veithbergwörterb. s. 271; helt er das wasser mit wasserknechten, oder hengt seine künste, pumpen, heinzen, bulgen, oder groszen zeuge.Mathes. Sar. 64a; da man bei uns mit groszen künsten, heinzen, taschhespeln, pumpen das wasser hebet oder herausz zeucht. 125b. s.heinzenkunst.

Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. s. http://www.woerterbuchnetz.de

Pose in Rot

Pose in Rot

Carl Bormann (1874-1942), Sohn des Fuhrherren Wilhelm Bormann, um 1895, hinter dem elterlichen Fuhrherrenhaus in Buntenbock im Oberharz – in der Hand ein Buch, lässig an den Stuhl der Vorfahren gelehnt. Der junge Mann in den Zwanzigern bereitet sich zu dieser Zeit auf seinen späteren Beruf als Pochsteiger in der Zentralen Erzaufbereitung der Königlich Preußischen Berginspektion Clausthal im Innerstetal vor. Carl Bormann bleibt in Buntenbock, heiratet, hat mit seiner Frau Anna drei Kinder, wird Gemeindeschulze und Kirchenvorsteher. Der leidenschaftliche Skifahrer gehört 1907 zu den Gründern des Ski-Club Buntenbock.

1841 – Die Truhe

Die Geldtruhe des Jakob Bormann von 1841 erinnert an die große Zeit des Fuhrherrenwesens von Buntenbock. Sie hatte zuletzt ihren festen Platz in der Wohnstube des Bormannhauses. Rund 40 cm hoch, aus starkem Metallblech gefertigt und mit stabilen Vorhängeschlössern versehen, bot sie den Dokumenten, Wertpapieren und Geldbeständen des Fuhrherren einen sicheren Schutz vor Brand und Diebstahl. Ein transportabler Safe – nach Aussage von Louise Höhlein (1907 – 1993), Nachfahrin der Fuhrherrenfamilie Bormann, wurde die Geldtruhe auch auf längeren Fahrten mitgeführt. Es hieß, sie sei in besseren Zeiten bis zum Rand mit Talern gefüllt gewesen – und mit Schuldscheinen …

Bild

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Abbildung oben: Geldtruhe des J. Bormann, vermutlich Heinrich Jacob Bormann (1781-1853), Fuhrherr in Buntenbock,  arrangiert mit „Frosch“, Familienportrait und Portrait seines Enkels Carl Bormann (1874-1942), Ortsvorsteher von Buntenbock und Initiator der Gründung des Ski-Clubs Buntenbock, von Hermann Wolff, Lerbach.

Abbildung unten: Messingschild mit Gravur auf dem Truhendeckel: „J Borrmann 1841“.

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Taler (1836) Königreich Hannover mit Konterfei Wilhelm IV., König des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland und König von Hannover (1765-1837).
(Foto: gemeinfrei, Quelle: http://de.mobile.wikipedia.org/wiki/Datei:1836_Wilhelm_IV_Hannover.JPG)

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Taler (1846) – Ernst August I., König von Hannover (1771-1851).
(Foto: gemeinfrei – Quelle:http://en.wikipedia.org/wiki/Ernest_Augustus_I_of_Hanover)

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Schuldschein des Heinrich Jakob Bormann zu Lasten seines Schwiegersohns Heinrich Christian Hille (1809 – nach 1841).

Transskript:
Bundenbok fünften (?) november 1851

an Meinen Schwieger Son Christian Hille
Habe Ich Volgendst Kabbidal Bar gegeben
Im Jar 1843 Summa 1000 Tha
Im Jar 1852 – – – 500 Th. Summa 1500 Tha

Jacob Bormann

Quelle: Bormann Archiv Berlin

Alte Fuhrherrenstraße (1972) – Die Alte Fuhrherrenstraße im Ortsteil Buntenbock führt vom Mittelweg am ehemaligen „Platz“ in Richtung auf die „Chaussee“, die Bundesstraße von Goslar nach Osterode.
Der frühere Name Hüttenweg mußte 1972 bei der Zusammenlegung mit der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld geändert werden, weil es in Clausthal-Zellerfeld bereits zwei Straßen ähnlichen Namens gab.
Den Namen Alte Fuhrherrenstraße wählte man, um die Erinnerung an das alte Fuhrherrendorf Buntenbock wachzuhalten. Von 1700 bis 1850 war die Blütezeit des Fuhrwesens in Buntenbock. Seite etwa 1750 traten „Fuhrherren“ auf. Die Fuhrherren fühlten sich als ein besonderer Stand. Selbst der König mußte ihren Erzwagen ausweichen, so wird berichtet. Was mit der schweren Last zusammenhing.
Allein im Transportwesen des Eisensteinbergbaus sind um 1800 etwa 560 Pferde mit 280 Fuhrleuten beschäftigt gewesen. Die Fuhrleute wohnten vor allem im Mittelteil des Ortes, der sich fast in einem Halbkreis um die beiden Junkernhöfe legte. Neben der Schmiede, die noch heute an dem alten Fahrweg liegt, sind auch die Gasthöfe, die zur Einkehr und zum Ausspann für Fuhrleute dienten, eine Erinnerung an die „goldene Zeit“ des Fuhrwesens und Buntenbocks.

Die Straßen in Clausthal – Zellerfeld – Buntenbock früher und heute: Namen – Bilder – Erl./ hrsg. von d. Bergstadt Clausthal-Zellerfeld. Zagest. von Friedrich Seidel, Clausthal-Zellerfeld (Pieper) 1983, S. 42.

Harzer Chronologie

„Man zählt in diesem 1867. Jahre nach Christus:

  • Vom Anfange der Welt nach der Byzantinischen Aera  7376 Jahre
  • Nach der Julianischen Periode 6580 
  • Nach Calvisius 5816
  • Von der Sündflut Noah 4159
  • Von Erbauung Roms (753 vor Christus) 2620
  • Von Karls des Großen Stiftung des Deutschen Reichs 1067
  • Von Entdeckung der Erze im Rammelsberg (unter Otto I. 963) 904
  • Von Erfindung der Buchdruckerkunst (1440) 427
  • Von der Entdeckung Amerikas 375
  • Von der Reformation durch Luther 350
  • Von der Uebergabe der Augsb. Confession 337
  • Von Gelangung des Hauses Braunschweig auf den Englischen Thron 153
  • Von der Uebergabe des ehemaligen Communionharzes an Hannover 76
  • Vom Durchschlag des tiefen Georgstollens 67
  • Vom Durchschlag des Ernst-August-Stollens 3″

Allgemeiner Harz-Berg-Kalender auf das Jahr 1867. Clausthal (Verlag Ed. Pieper’s Buchhandlung) 1866, S. 2.

„…a waggoner’s frock, velveteen breeches, and leather leggings …“

„Persuaded, in part, by these representations, but overborne in a much greater degree by his fear of Fagin, Mr. Bolter at length consented, with a very bad grace, to undertake the expedition. By Fagin’s directions, he immediately substituted for his own attire, a waggoner’s frock, velveteen breeches, and leather leggings: all of which articles the Jew had at hand. He was likewise furnished with a felt hat, well garnished with turnpike tickets; and a carter’s whip. Thus equipped, he was to saunter into the office, as some country fellow frown Covent Garden market might be supposed to do for the gratification of his curiosity; and as he was as awkward, ungainly, and raw-boned a fellow as need be, Mr. Fagin had no fear but that he would look the part to perfection …“

Charles Dickens, Oliver Twist, Chapter 43,
http://www.online-literature.com/dickens/olivertwist/44/