Përd un përd is en underscheid

13. Barg up drîf mek nich, barg dâl (runner) jâg mek nich: Bergauf treib mich nicht, bergab jag mich nicht. – Diese Vorschrift für die Behandlung des Pferdes wird sinniger Weise dem Thiere selbst in den Mund gelegt. Sonst habe ich von Fuhrleuten die Regel auch so gehört: „Bergauf reite mich, bergab leite mich, auf dem Gleichen (»up’n lîken«) jage mich. „Bei Körte 1, p. 344. „Berg auf treib mich nicht, Berg ab jag mich nicht, Auf der Ebene schon‘ mich nicht, Im Stalle vergiß mich nicht.“

31. Dat përd dat den hâweren fret, het ’ne nich verdeint: Das Pferd, das den Haber frißt, hat ihn nicht verdient. — Bei Körte II., Nr. 5970: „Das Pferd, das den Hafer verdient hat, kriegt ihn nicht.“ vgl. Eichwald Nr. 1499; Lohrengel Nr. 114. holländisch: De paarden, die den haver verdienen, krijgen die niet; oder etwas andes: De ezels dragen den haver, en den paarden eten die. Harreb. I., p. 291. Wer die Arbeit thut hat nicht auch den Lohn derselben.

74. De përe hebbet holige (hulige) köppe: Die Pferde haben hohle Köpfe; oder Det përd het en’n holigen kop: Das Pferd hat einen hohlen Kopf. – holl. Dat paard heeft een‘ grooten bek. Harreb. II. p. 161. Die Pferde freßen viel, ja sie sind fast unersättlich, daher verursacht ihre Unterhaltung große Kosten.

75. De schrêpe un de klapesack, de hâwere mâket de përe glad: Die Striegel und die Peitsche , der Haber machen die Pferde „glatt.“ – Es sind hier die drei Dinge genant, welche dazu gehören, um die Pferde in gutem Stande und in Ordnung zu erhalten. Das Wort glad scheint in einem Doppelsinne gebraucht zu sein und 1., glatt in gewöhnlichem Sinne, .2, aber, auf klapesack bezogen, tractabilis, behandelbar, geschmeidig, sanft zu bedeuten.

140. En gaud përd tût tweimâl: Ein gutes Pferd zieht zweimal. — vgl. das Holl. Een goede haan kraait tweemal. Harreb. I. p. 266. Man denke zunächst an einen feststecken den Wagen. Was das erste Mal nicht gelingen wollte, das kann und wird in vielen Fällen beim zweiten Versuche gelingen; oder aber: Was das erste Mal gelang, das kann auch noch einmal gelingen. So ist es denn unter allen Umständen eine Aufforderung zu einem neuen Versuche.

203. Frîen is kein përkôp: Heiraten ist kein Pferde kauf. — Muß man schon beim Pferdekauf gar sehr auf sei der Hut sein, so hat der Mann bei der Wahl einer Frau dazu noch viel mehr Ursache, denn ein Pferd, womit er etwa betrogen ist, kann er durch Tausch oder Verkauf wieder los werden, die Frau aber, die er einmal genommen hat, muß er behalten, auch wenn sie ihm bei näherer Bekanntschaft noch so sehr misfällt. altmärkisch bei Danneil p. 207. vgl. Nr. 181. 200. und 1. Samml. Nr. 1.

218. Geschenketen përen draf men nich in’t mûl seien: Geschenkten Pferden darf man nicht ins Maul sehen.. — Schon lat. Equi donati dentes non inspiciuntur; nhd. „Einem geschenkten Gaul Kuckt man nicht ins Maul“; aus dem Waldeckschen bei Firmen. Bd. 1. p. 325; aus Düren ebendas. p. 483; holl. Men moet geen gegeven paard in den bek zien, bei Harreb. II. p. 165. — Auf den Werth eines erhaltenen Geschenkes soll man nicht sehen, auch nicht die etwaigen Mängel desselben aufsuchen und hervorheben.

333. Përd un përd is en underscheid: Pferd und Pferd ist ein Unterschied. — Wenn auch zwei Dinge auf den ersten Blick einander völlig gleich zu sein scheinen, so besteht doch oftmals zwischen ihnen noch ein großer Unterschied.

466. Wenn de kau dâte is, (od. Wenn’t perd kaput is,) sau werd de stal ebetert: Wenn die Kuh todt ist, (Wenn das Pferd krepiert ist,) so (dann) wird der Stall gebeßert. — vgl. Nr. 480. und 1. Samml. Nr. 390. Was längst hätte geschehen sollen, um ein mögliches Unglück zu verhüten, das geschieht erst, nachdem dasselbe eingetreten ist.

469. Wenn de knechte hâweren ‚futtert hebbet, sau geit et den përen ôwer’n krâgen: Wenn die Knechte Haber gefüttert haben, so (dann) geht es den Pferden über den Kragen. – Werden die Pferde mit Haber gefüttert, so ist dies ein Zeichen, daß eine bedeutende Anstrengung von ihnen wird gefordert werden.

473. Wenn de përe gaud stât, un de frûen gaud fallet, denn kan men wol en man wëren: Wenn die Pferde gut stehen, und die Frauen „gut fallen“ (früh sterben), dann kann man wohl ein (reicher) Mann werden; oder Wenn de përe stât, Un de frûen gât, Dabî werd men rîke: Wenn die Pferde stehen, und die Frauen „gehen“ (mit Tode abgehen, sterben), Dabei wird man reich. — Unser Sprichwort ist allerdings der Ausdruck einer niedrigen Gesinnung, gleichwohl aber die richtige Bezeichnung eines wirklich bestehenden Verhältnisses, denn wenn dem Bauern die Pferde nicht fallen, wohl aber ihm eine Frau nach der anderen stirbt, so wird er dadurch immer reicher, indem er zufolge der gehaltenen »verschrîwige« deren Vermögen erbt. altmärk. bei Danneil Wörterbuch p. 206. Wenn de Kô got staon, un de Frûns gôt affgaon, kann de Bûr bestaon.

531. Wër erst eine» sâdel up’n l’îwe het krigt er âk noch mër up: Wer erst einen Sattel auf dem Leibe hat be kommt auch noch mehr darauf. — Das Bild stammt vielleicht ans der bekannten Äsopischen Fabel (Phaedr. Fab. IV, 3.), jedenfalls ist es vom Pferde entlehnt, dem nach Auflegung des ersten Sattels auch ferner ein solcher aufgelegt wird ; der Sinn geht dahin, daß zu der übernommenen ersten Last sich bald auch noch andere gesellen.

626. De Octôber: Der October Màket de përe pôwer. Der October Macht die Pferde pauvre, d. h. bringt sie sehr herunter. — Das Vor kommen des franz. pauvre weist auf einen jüngeren Ursprung hin. Im October werfen die Pferde das Sommerhaar ab und bekommen ihr Winterhaar; dabei kommen sie sehr herunter und bedürfen einer guten Fütterung. vgl. Nr. 668.

668. Wenn dat wîenlâf kümt, un wenn det wîenlâf affelt, mötet de përe gaud efuttert wëren: Wenn das Weidenlaub kommt, und wenn das Weidenlaub abfällt, müssen die Pferde gut gefüttert werden. — Im April, wo die Weiden sich belauben, bekommen die Pferde das Sommerhaar, im October, wo die Weiden die Blätter verlieren, bekommen sie das Winterhaar. vgl. Nr. 626.

706. (99b.) Det hëren – âge mâket den ossen fet: Das Herren-Auge macht den Ochsen fett. — Eiselein p. 45. „Das Auge des Herrn füttert das Pferd wol.“ Körte I, Nr. 2-00. „Des Herrn Auge macht das Vieh feist (od. das Pferd fett), vgl. das griech. Despóton ophthalmis, bei Xenoph. Oeonom. c. 12, §. 20. Holl. Heeren-oogen maken schoone paarden. Harreb. I. p. 295. und Het oog van den meester is de beste haver voor de paarden. ebend. II. p. 163. Sollen die Hausthiere wohl gedeihen, so bedarf es der Gegenwart des Herrn; dieser muß selbst darnach sehen, ob ihnen die rechte Fütterung und Abwartung zu Theil werde.

707. (103b.) Det përfleisch is det dûerste fleisch: Das Pferdefleisch ist das theuerste Fleisch. — holl. Paardenvleesch is duur vleesch, en toch wil niemand het eten. Harreb. II. p. 166. Die Pferde kosten nicht allein im Ankauf, sondern auch in der Unterhaltung viel mehr, als alle anderen Hausthiere. So liegt denn darin der gute Rath, falls man nicht durch die Verhältnisse dazu gezwungen sei, gar keine Pferde zu halten, müße man aber solche halten, dann wenigstens in der Anzahl derselben nicht über das dringendste Bedürfnis hinauszugehen.

Niederdeutsche Sprichwörter der Fürstenthümer Göttingen und Grubenhagen, gesammelt und erklärt durch Georg Schambach, Rector des Progymnasiums zu Einbeck. Zweite Sammlung. Göttingen , Vandenhoeck und Ruprecht’s Verlag. 1863.

Fuhrmann mit Pferden

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Fritz Boehle | Fuhrmann mit Pferden | 1912

Fritz Boehle | 1873 – 1916 | Serie I, Nr. 5. Fuhrmann mit Pferden | 1912 |
Verlag Klimsch’s Druckerei, J. Maubach & Co., Frankfurt a. Main.

2 PS x 10

 

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Buntenbock i. Harz | Teilansicht vom Clausberg auf Buntenbock – im Hintergrund das Obere Dorf mit Kapelle und Schule, am Horizont Clausthal | Im Vordergrund ein zweispänniges Pferdefuhrwerk mit Leiterwagen, das in Richtung Forst gelenkt wird. Auf dem Bock der Fuhrmann mit typischer Mütze.
Kurz zuvor hat das Gespann den geparkten Pkw, einem DKW?! mit ungefähr 20 PS unter der Haube, passiert.

 Foto Simonsen | um 1940 |

Herkules und der Fuhrmann

herculesfarmerbarlow

Aesop’s Fables (French, English, Latin), with illustrations by Francis Barlow, 1687. Page images available online at Michigan State University

De Rustico & Hercule

Currus Rustici
haeret in profundo Luto.
Mox supinus implorat
Deum Herculem;
Vox intonat è coelo;
ineptè, flagella tuos equos,
et ipse annitere rotis,
atq; tum Hercules vocatus
aderit.

Mor.
Otiosa Vota prosunt nil ;
Quae sanè Deus non audit,
Ipse juva Teipsum,
tum Deus juvabit Te.

Of the Countryman and Hercules.

The wagon of a Countryman sticks in deep Clay.
By and by laying along He implores the God Hercules;
a Voice thunders out of heaven, Fool, whip thy horses,
and Thyself try at the wheels, and then Hercules being called
will be present.

Mor.
Idle Vows profit Nothing;
which indeed God does not hear.
Thyself help Thyself,
– then God will help thee.

Blog-Aesop-Barlow

Aesop’s Fables (French, English, Latin), with illustrations by Francis Barlow, 1687. Page images available online at Michigan State University.

Fable XVIII.

LE CHARTIER EMBOURBÉ

Le phaéton d’une voiture à foin
Vit son char embourbé. Le pauvre homme était loin
De tout humain secours: C’était à la campagne
Près d’un certain canton de la basse Bretagne,
Appelé Quimper-Corentin.
On sait assez que le Destin
Adresse là les gens quand il veut qu’on enrage :
Dieu nous préserve du voyage !
Pour venir au chartier embourbé dans ces lieux,
Le voilà qui déteste et jure de son mieux,
Pestant, en sa fureur extrême,
Tantôt contre les trous, puis contre ses Chevaux,
Contre son char, contre lui même.
Il invoque à la fin le dieu dont les travaux
Sont si célèbres dans le monde :
Hercule, lui dit-il, aide-moi ; si ton dos
A porté la machine ronde,
Ton bras peut me tirer d’ici
Sa prière étant faite, il entend dans la nue
Une voix qui lui parle ainsi :
Hercule veut qu’on se remue,
Puis il aide les gens. Regarde d’où provient
L’achoppement qui te retient.
Ôte d’autour de chaque roue
Ce malheureux mortier, cette maudite boue
Qui jusqu’à l’essieu les enduit.
Prends ton pic, et me romps ce caillou qui te nuit.
Comble-moi cette ornière. As-tu fait ? Oui, dit l’homme.
Or bien je vas t’aider, dit la voix : prends ton fouet.
Je l’ai pris. Qu’est ceci ? mon char marche à souhait.
Hercule en soit loué. Lors la voix : Tu vois comme
Tes Chevaux aisément se sont tirés de là.
Aide-toi, le Ciel t’aidera.

Blog Whittingham

Æsop’s Fables, Embellished with One Hundred and Eleven Emblematical Devices, Printed at the Chiswick Press by C. Whittingham, London 1814, S. 130.

Der Fuhrmann, und der Gott Herkules.

Das Beten hilft, nur nicht allein;
Auch eigner Fleiß muß wirksam sein.
Ein Kärner, der zu großem Schaden
Sein kleines Fuhrwerk überladen;
Saß endlich fest mit seiner Last
In einem Wege voll Morast.
Sogleich rief er in dieser Noth
Zum Herkules, dem mächtigen Gott;
Und bat mit vielen Seufzern, ihn
Mit seinem Karen herauszuziehn.
Nachdem er lange Zeit geharrt,
Und endlich, nach der Faulen Art,
Schon in sein Schicksal sich ergab;
Rief eine Götterstimm‘ herab:
Was schreit und heult da für ein Thor?
Hohl deine Hacke frisch hervor!
Räum weg den Koth, wie sichs gehört,
Und peitsche tüchtig auf dein Pferd;
Dann ruf zum Herkules aufs neu,
Und, glaube mir, er steht dir bey!

Fabulae Aesopi selectae, or Fables of Aesop: with an English translation, more literal than any yet extant, designed for the readier Instruction of Beginners in the Latin tongue
by H. Clarke , Teacher of the Latin Language. – 1. Januar 1810, Printed for Thomas & Thomas by D. Newhall, S. 54.

Oeuvre complètes de La Fontaine avec des Notes et une nouvelle Notice sur sa Vie, par M. C. A. Walckenaer, Membre de l’Institute. A Paris, chez Firmin Didot Frères, Rue Jacob, N° 24; Et Lefèvre, Libraire, Rue de L’Éperoit, N° 6. M DCCC XXXVI, S. 57.

(Justus Friedrich Wilhelm Zacharias); Fabeln und Erzehlungen in Burcard Waldis Manier, Frankfurth und Leipzig 1771, S. 90f.

Die letzte Reise

Auch auf Ausflügen in die Umgegend wurden bereits mancherlei Bekanntschaften gemacht. So in dem äußersten Hause des Bergdorfes Buntenbock, vor dem nicht umsonst, freundlich einladend, eine Quitscher mit ihren roten, herbstlichen Vogelbeeren stand. Ein sauber gekleideter Frachtfuhrmann, deren es sehr viele giebt und den die Gicht so an den Lehnstuhl fesselte, daß er nur zuweilen noch wie ein Vogel durchs Zimmer hüpfen konnte, winkte den Vorübergehenden, der ein Gespräch durchs Fenster anknüpfen wollte, in die Stube hinein und begann, da er Altertümliches und Sagen nicht wußte, alsbald aus seinem Leben zu erzählen. Besonders anziehend war mir, wie er zuweilen das Weihnachtsfest auf seinen Reisen festlich beging. Die biderbe Wirtin in einem Fuhrmannsgasthofe ging nämlich alsdann mit allen Frachtfuhrleuten, die sich gerade bei ihr befanden, in die Christmette, danach teilte sie Haselnüsse an sie aus. In ihrem Gasthause um die Weihnachtszeit war mein Fuhrmann erkrankt, und der Fuhrherr, einer seiner nächsten Anverwandten, schickte dem kranken Manne zuletzt ein Reitpferd, damit er heimreiten könne. Das war seine letzte Reise auf der Welt und der schwere Lehnstuhl am Ofen ist jetzt der einzige Wagen und das einzige Pferd, das er noch kennt.

Lehnstuhl - Mitte des 19. Jh. - ehem. Möblierung des Bormannshauses Buntenbock

Lehnstuhl – Mitte des 19. Jh. – ehem. Möblierung des Bormannshauses Buntenbock

Heinrich Pröhle: Aus dem Tagebuche eines deutschen Sammlers – Bergstadt Zellerfeld, im Spätherbst 1851 – in: Harzsagen, zum Teil in der Mundart der Gebirgsbewohner. 2. Aufl., Leipzig: Mendelssohn, 1886, S. 20.

Die Grenzen der Freiheit

Gleichwie der Nutzen hier, wie ordinair bey allen guten Bergwerken, hauptsächlich in Bergen, Erzen, Holz und Wasser, bestehet, also ist auch die Verordnung hier schon längst gewesen, daß die Einwohner nur allem in Bergleuten, Hüttenleuten, Waldleuten, Fuhrleuten, und deren benöthigten geist- und weltlichen Officiren, Künstlern, Handwerkern und Krämern, bestehen sollen.

Selbige nun zusammen, wohnen darin nach denen ihnen von Zeit zu Zeit verliehenen Berg-Freyheiten ganz frey in offenen Städten und Oertern, geben von allen ihren Sachen und Nahrungen dem Landes-Herrn, für ihren Schutz, nichts, sondern nur ein gewisses Pfarr- und Bau-Geld, und eine in neulichen Zeiten selbst mit beliebte Bier-Accise, die doch zum Berg-Bau und ihrer eigenen Subsistenz wieder mit angewandt wird, auch nach Gelegenheit der Zeit von ihnen selbst wieder mit aufgehoben werden kann.

Denn ihre alten Berg-Freyheiten bestehen sonderlich mit darin, daß die Einwohner auf den Bergstädten ohne alle Beschwerde selber Bier brauen, auch fremd Bier verschenken, und sonst allerley bürgerliche Handthierung und Nahrung treiben dürfen. Daß ihre kommende Victualien Zoll-frey seyn. Daß kein Vorkauf davon auf den Gassen, noch dem Markte, getrieben werden darf. Daß die Bergleute von allen Zins, Schoß, Steuer, Schaarwachen und Frohn-Diensten, befreyet seyn sollen. Daß sie von Bartholomäi bis Fastnacht, Hasen, Haselhüner, Schneppen und Vogel fangen, auch die Wasser, so zum Bergwerk gehörig, mit fischen dürfen. Daß denen Gewerken weder in Krieges- noch Friedens-Zeiten ihre Berg-Theile, wegen irgend eines Verbrechens eingezogen, noch weggenommen werden können. Daß alle neue Gruben die ersten 5. Jahre vom Zehenten frey seyn sollen, u. s. w.

Schnepfe (lat. Scolopax)

Schnepfe (lat. Scolopax)

Demnach werden über die vorgesagten nöthigen Leute regulariter keine andere (der sich sonst der Freyheit halber genug zu dringen,) mehr in den Haarz zu wohnen eingelassen, damit die unnöthigen, die Victualien nicht zu theuer machen, und die Forsten mit so viel mehrer Bau- und Feuer-Holz Consumtion nicht zu sehr beschweren; Immassen dann dafür gehalten wird, und auch an dem ist, daß eben die Forsten alhier dem Bergbau, Maas und Ziel setzen, und keine Berg- und Hüttenwerke mehr aufgenommen und betrieben werden können, als der Forsten Zustand und Ertrag vermag, sonsten es an Erzen bis an den jüngsten Tag nicht fehlen werde.

Der Ziegenberg in Buntenbock 1943

Der Ziegenberg in Buntenbock 1943

Der Zufuhr des Getreydes, fetten Viehes und dergleichen Victualien so noch fehlen, kömmt auf der Südwest-Seite hauptsächlich aus der güldenen Aue von Nordhausen, und so am Haarze heraus, meist nach Osterode, und an der Nordost- Seite aus dem Anhaltischen von Quedlinburg, auch aus dem Halberstädtischen, und so theils über Elbingerode, mit nach dem Andreasberge, meist aber über Goßlar nach all den übrigen Bergstädten, und vieles auch mit der Seits aus dem Wolffenbüttelischen, Stifft-Hildesheimischen und Hannoverischen, wie dann diese nechsten Nachbaren, und insonderheit die Stadt Braunschweig das Garten-Gewächse, als Kohl, Rüben und dergleichen, häufig mit hergeben, auch das Eychsfeld etwas Haber, so, daß der Haarz auf allen Seiten gute Länder um sich herum hat, die was ausgeben und missen können; und auch keinen nähern und bequemern Debit dafür haben.

Generale Haushalts-Principia vom Berg- Hütten- Salz und Forstwesen, inspecie vom Hartz, aufgesetzt von Christian Bösen, Fürstl. Heßischen Berg- und Hütten-Inspector zu Schmalkalden, der vorhin die Controlle und Inspection von dem sämtlichen Chur-Hannöverischen und Hochfürstl. Wolffenbüttelschen Communion und Einseitigen Forst-Wesen auf dem Haars 21. Jahr von Hannover aus gehabt, und dabey in all denen andern Berg- und Hütten-Sachen daselbst, auch sonst im Lande und ausserhalb Landes zu dergleichen als Commissarius mit gebraucht worden, Worzu auch dessen Charte vom ganzen Haarz bey denen Homannischen Erben zu Nürmberg mit zu haben ist, Leipzig und Franckfurt 1753. S. 42ff.

Alte Fuhrherrenstraße (1972) – Die Alte Fuhrherrenstraße im Ortsteil Buntenbock führt vom Mittelweg am ehemaligen „Platz“ in Richtung auf die „Chaussee“, die Bundesstraße von Goslar nach Osterode.
Der frühere Name Hüttenweg mußte 1972 bei der Zusammenlegung mit der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld geändert werden, weil es in Clausthal-Zellerfeld bereits zwei Straßen ähnlichen Namens gab.
Den Namen Alte Fuhrherrenstraße wählte man, um die Erinnerung an das alte Fuhrherrendorf Buntenbock wachzuhalten. Von 1700 bis 1850 war die Blütezeit des Fuhrwesens in Buntenbock. Seite etwa 1750 traten „Fuhrherren“ auf. Die Fuhrherren fühlten sich als ein besonderer Stand. Selbst der König mußte ihren Erzwagen ausweichen, so wird berichtet. Was mit der schweren Last zusammenhing.
Allein im Transportwesen des Eisensteinbergbaus sind um 1800 etwa 560 Pferde mit 280 Fuhrleuten beschäftigt gewesen. Die Fuhrleute wohnten vor allem im Mittelteil des Ortes, der sich fast in einem Halbkreis um die beiden Junkernhöfe legte. Neben der Schmiede, die noch heute an dem alten Fahrweg liegt, sind auch die Gasthöfe, die zur Einkehr und zum Ausspann für Fuhrleute dienten, eine Erinnerung an die „goldene Zeit“ des Fuhrwesens und Buntenbocks.

Die Straßen in Clausthal – Zellerfeld – Buntenbock früher und heute: Namen – Bilder – Erl./ hrsg. von d. Bergstadt Clausthal-Zellerfeld. Zagest. von Friedrich Seidel, Clausthal-Zellerfeld (Pieper) 1983, S. 42.