Der Fuhrmann

Der Fuhrmann
denckt an die Himmels-Stadt wann ihr seid müd und matt.

Ich bin mit meinem Gott zufrieden.
Er lad‘ auff  Last, ich halte still.
Er führe welchen Weg Er will,
die Liebe bleibt doch ungeschieden.
Ich weiß, der Führer meiner Zeit
führt zu der sanfften Ewigkeit.

Text: Abraham a Sancta Clara
Abbildung: Christoph Weigel Quelle: Deutsche FotothekBild

„Etwas für alle, das ist: eine kurtze Beschreibung allerley Stands- Ambts- und Gewerbs-Persohnen, mit beygeruckter sittlichen Lehre und biblischen Concepten, durch welche der fromme mit gebührendem Lob hervor gestrichen, der tadelhaffte aber mit einer mässigen Ermahnung nicht verschont wird; allen und jeden heilsamb und leitsamb, auch so gar night ohndienlich denen Predigern, verfertiget durch P. Abraham à S. Clara …Verlegt, und mit Kupfern vermengt durch Christoph Weigel in Nürnberg, auch in Wien zu finden bey Johann Carl Hueber … Würtzburg, Gedruckt bey H. Hertzen, 1699.“

Festumzug mit Pferdefuhrwerk

Festumzug mit Pferdefuhrwerk (Hille) zum 200jährigen Bestehen der Buntenböcker Schützengesellschaf, im Hintergrund die geschmückte Pension Höhlein. August 1958. Foto: Gerd Dasenbrook

Festumzug mit Pferdefuhrwerk (Hille) zum 200jährigen Bestehen der Buntenböcker Schützengesellschaft, im
Hintergrund die geschmückte Pension Höhlein | August 1958 | Foto: Gerd Dasenbrook

Da Du, theurer Leser, vielleicht nicht weißt, was „Velveteen“ ist, so erlaube ich mir, Dir zu erklären, daß dieses ein englisches Wort ist, welches sammtartig bedeutet, und man benennt damit eine Art Sammt von Baumwolle, woraus sehr schöne Hosen, Westen und sogar Kamisöle verfertigt werden. Es trägt dieser Kleidungsstoff auch den Namen „Manchester“, nach der gleichnamigen Fabrikstadt, wo derselbe zuerst fabrizirt wurde.

Heinrich Heine

Heinrich Heine’s Memoiren über seine Jugendzeit, hg. von Eduard Engel in: Die Gartenlaube (1884). Leipzig: Ernst Keil, 1884, Seite 230. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Gartenlaube_(1884)_230.jpg&oldid=1989264 (Version vom 20.04.2013)

Bergwerksverwandte, Bergverwandte, Verwandte

Bergwerksverwandte п., auch Bergverwandte, Verwandte — Jeder, welcher zu dem Bergbau in irgend einer, gleichviel ob näheren oder entfernteren Beziehung steht: Alle Bergwerksverwandten, es seyn Geteerken, Bergbeamte, Hutleute , Erztknappen , und Schmelzer , oder die dazu gehörigen Arbeitsleute , Erztsamer [Erzsaumer, der den Transport des Erzes mit Saumthieren besorgt,] und Fuhrleute, auch wer immer den Bergwerken zu- oder davon zieht, sollen . . ein sichere* Geleite haben. Sperges 230. Schneider §. 299.“

Quelle: Heinrich Veith, Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen, Breslau (Verlag Will. Gottl. Korn) 1871, S.93f., Art. „Bergwerksverwandte“.

„Jeder Geschmack wird nicht leer ausgehen.“

Image

„Doch auch hier – wie überall im Harz – empfängt den Fremden altgermanische Gastlichkeit, jene Treuherzigkeit, die den Gast schnell mit dem Wirt befreundet, und beiden das Scheiden verbittert, und mit ihnen verbindet sich ein unerwarteter Hang zur Geselligkeit, der nur in freundlichen, freien, offenen und zufriedenen Herzen erblüht, der früher sich nicht schrecken ließ durch den gefährlichen Felsweg, durch den engen Pfad am Rande der Abgründe, der jetzt durch die neuerdings, überall durchgezogenen bequemen Kunststraßen für Pferd und Wagen jeder Art die gewünschte Erleichterung findet und der selbst im tiefsten Winter, wenn der Schnee mannshoch sich häuft und die Tannenwälder, mit ungeheuren Grabtüchern bedeckt, in toter Majestät schaurig daliegen, im Hindernis einen Sporn findet, mit dem weithin klingenden Schellengeläut fliegender Schlitten die öde Wildnis belebt und Ort mit Ort, Freund mit Freund zu fröhlichen Festabenden verknüpft – Welche Mannigfaltigkeit von Genüssen und Ergötzlichkeiten eine Wanderung durch solche Gegenden für jedes Gemüt, das die notwendige Empfänglichkeit mitbringt, darbietet, läßt sich aus dem Gesagten abnehmen.
Jeder Geschmack wird nicht leer ausgehen.“

Wilhelm Blumenhagen (1781-1839); Der Harz, mit 30 Stahlstichen nach Ludwig Richter, Reihe: Das malerische und romantische Deutschland in 10 Sektionen, München (Verlag Lothar Borowsky, o. J., S.12f.

Fuhrmannsdörfer

„Die Ausbildung eines selbständigen Speditionsgewerbes fällt in Niedersachsen in die frühe Neuzeit. Es entwickelte sich jedoch, soweit zur Zeit zu erkennen, nur in den Zentren von Handel und Verkehr und auch dort in unterschiedlichem Maße.
(…) Über den wichtigen Beruf der Fuhrleute wissen wir recht wenig. Selbst in einer für die Spedition so bedeutenden Stadt wie Lüneburg setzen die Quellen darüber erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts ein und weisen dann ein relativ schwach ausgebildetes Gewerbe aus. Dagegen zählte eine kleine, aber an der „Flämischen Straße“ verkehrsgünstig gelegene Stadt wie Wildeshausen 1759 nicht weniger als 169 Fuhrleute und Knechte. Wahrscheinlich war aber ein großer, wenn nicht der größte Teil der Fuhrleute auf dem Lande ansässig. So gab es zwischen Celle und Braunschweig „Fuhrmannsdörfer“, deren Einwohner dieses Gewerbe neben der Landwirtschaft stark betrieben; das wohl bekannteste davon war Bröckel, in dem 1770 39 Familien als Frachtfahrer genannt werden. Auch die Lüneburger Quellen berichten von Fuhrleuten in den benachbarten Landgebieten. Im Raum um Dassel spielte das Fuhrwerken für Holz und Holzkohle ebenfalls eine große Rolle.
Diese Beispiele zeigen, daß auch im Landverkehr die Standorte der Kaufleute und Spediteure auf der einen und der Fuhrleute auf der anderen Seite oft nicht identisch waren. Allem Anschein nach orientierten sich die letztgenannten an den großen Verkehrswegen, und hier waren Lohnfuhren für die Landbewohner ein wichtiger Nebenerwerb. Gleiches gilt dort, wo Hütten und andere materialintensive Gewerbebetriebe größere Transporte an Roh- und Betriebsstoffen erforderten.“

Christine van den Heuvel u. Manfred von Boetticher; Geschichte Niedersachsens, begr. von Hans Patze, Dritter Bd., Teil 1, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von der Reformation bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; 36) Hannover (Verlag Hahnsche Buchhandlung) 1998, 474ff.

„Die deutsche Sprache ist zur Fuhrmannssprache gebohren.“

FUHRMANNSSPRACHE, f. die aus zurufen an die zugthiere bestehende sprache. so benennt Logau 1, 125, 26 fuhrmanssprache

hotte, stoh,
tschwuid und o!
dann eine derbe grobe sprache, wie sie die fuhrleute reden: vive la langue françoise! ich weis nicht, es klingt im deutschen alles so hölzern. man kann in dieser wendischen sprache gar keinen charmanten gedanken anbringen. serieusement, wenn ich ein groszer herr in Deutschland wäre, so dürfte kein mensch deutsch reden, als die fuhrleute. die deutsche sprache ist zur fuhrmannssprache gebohren. Gellert lustspiele 294. endlich auch eine rede voll derber flüche.

Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. Online-Version vom 24.09.2013.

Fuhrmannslaut

fuhrmannslaut, m. ein laut oder zuruf, den der fuhrmann bei dem zugvieh, namentlich den pferden gebraucht: ein leibhaftes wortjähnen, da man den mund zur rechten und linken, auf- und abwärts zieht, und immer doch nichts als den jähnenden fuhrmannslaut: ahi! oho! saget. Herder phil. u. gesch. 12, 209. so sind har! hott! ji! je! fuhrmannslaute, und wenn Jacob Grueszbeütel zu Augsburg in seinem 1536 zu Nürnberg durch Kunegund Hergotin aufs neu gedruckten besunder fast nützlich stymmen büchlein mit figuren, einem bilderabcbuch, beim o das bild eines die peitsche schwingenden fuhrmanns mit pferd und wagen setzt, so bezeichnet er diesen buchstaben als den fuhrmannslaut. vgl.fuhrmannsruf.

Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bde. in 32 Teilbänden. Leipzig 1854-1961. Quellenverzeichnis Leipzig 1971. Online-Version vom 25.07.2013.

Man erlaubte sich bisher die so geringen Schichtlöhne, wahrscheinlich, weil den Bergleuten alle andere Art ihr Brod zu erwerben abgeschnitten ist, indem bekanntlich theils der Boden um Clausthal und Zellerfeld so unfruchtbar ist, daß nicht das geringst weder an Getraide noch Obst erbauet werden kann, theils auch, weil es geflissentlich verhindert wird, Ackerbau in dieser Gegend aufzubringen, um das Auskaufen von Stücken Feld zum Behuf des Bergbaues, das Rasenstechen und dergleichen nicht zu erschweren und zu vertheuren.*)
*) Ohngefähr zur Zeit des dreyßigjährigen Krieges wurden in einer Gegend vom Burgstädter Zuge herauf, die noch gegenwärtig am Haferberge heißt einige Wiesen zu Ackerland gemacht und mit Hafer besäet; allein dieser Ackerbau wurde bald nachher scharf verboten; und da im Jahre 1653 abermeils einige Leute Hafer ausgesäet hatten, dieses Verbot vom Bergamte am 6. Aug. dergestalt erneuert, daß nieand den bey Clausthal gewachsenen Hafer bey 50 Thlr Strafe in die Bergstadt bringen und jeder sich des Hafersäens künftig ganz enthalten solle. Da ferner 1673 zur Auftragung einiger Teichdämme die dazu nöthigen Rasen von den nächsten Wiesen abgestochen wurden, und einige Bergfuhrleute, als Eigenthümer solcher Wiesen, um dieser Verderbung ihrer Wiesen vorzubeugen, dieselben umpflügen und des Verbots ungeachtet mit Hafer besäen ließen, so wurde am 16. März 1674 abermals von Bergamts wegen ein Verbot öffentlich angeschlagen, vermöge dessen, besonders den Bergfuhrleuten angedeutet wurde, alle Pflüge binnen 14 Tagen abzuschaffen, oder zu gewärtigen, daß ihnen so wie andern Leuten dieselben vom OBerbergmeister weggenommen werden müssen. S. Gatterer vom Ackerbau der Harzer a.a. O. Th. IV. §. 153.154. S. 120.121.

Daher ist in dieser öden traurigen Gegend der Grubenbau das einzige Mittel für die Bergleute, ihr Leben zu fristen, ob ihnen gleich dies durch die drückendste Armuth erschwert genug werden muss.

Johann Carl Freiesleben, Bemerkungen über den Harz, Erster Theil. Bergmännische Bemerkungen über den merkwürdigsten Theil des Harzes, Leipzig (Schäfersche Buchhandlung) 1795, S.71f.

Fotothek_df_tg_0000369_Bergwerk_^_Bergbau_^_Hunt_^_Karren

Wenn die Fuhrleute die Erze von den steilen Hängen der Berge hinabführen, gebrauchen sie zweirädrige Karren, die hinten zwei bis auf der Erde schleifende Baumstämme nachziehen. Diese bremsen durch ihr Gewicht und hindern das zu schnelle Aufwärtsfahren der schweren, mit Erz beladenen Karren. Wenn sie nicht vorhanden wären, müßten die Fuhrleute häufig Ketten um die Räder legen. Wenn die Fuhrleute die Erze von weniger steilen Bergen hinabschaffen, benutzen sie Wagen, deren Kästen doppelt so lang sind als diejenigen der Karren. Die Seitenbretter sind so angebracht, daß sie aufgehoben und entfernt werden können, wenn das Erz durch die Fuhrleute wieder von den Wagen abgeladen werden soll; denn sie werden nur von Riegeln* gehalten. Die Fuhrleute fahren 30 oder 60 Erzfuhren hinab, die dann von den Gewerken abgeholt werden. Ihre Zahl verzeichnet der Steiger auf dem Kerbholz.
*Sie werden gegenwärtig Rungen genannt.

Georg Agricola; Vom Berg- und Hüttenwesen, München (DTV) 1977, S. 140f.

Abb: Sächsische Landesbibliothek Dresden, http://www.deutschefotothek.de